Nichts ist unkaputtbar: Jeitner – Pleiten, Pech und Pannen GmbH

28. Januar 2010

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Artigas, Uruguay: -30.488089, -57.101319
Tag 16 in Uruguay, 2070km im Fahrtenbuch
Dass man mit einer gewissen Ausfallquote bei der Ausrüstung zu rechnen hat wenn man sich auf eine Abenteuerreise begibt, dürfte wohl jedem klar sein. Die unsere sprengt jedoch jede Statistik: rechnerisch geht bei uns etwa jeden zweiten oder dritten Tag etwas kaputt! Über die kleineren Schäden wie der abgebrochene Verschluss der Zeltlampe, die aufblasbaren Travel-Pillows, die nachts mindestens viermal platt sind (wink zu Hanka und Erik, die uns ja schon vorgewarnt hatten) oder das Akkuladegerät kann man nur lachen. Weniger lustig war jedoch der Motorrad-Seitenständer, den es bei einem besonders tiefen Schlagloch fast abgerissen hat (doof wenn man absteigen will und das Motorrad nicht mehr abstellen kann), oder die erste Reifenpanne, die wir gestern zu verzeichnen hatten (An dieser Stelle nochmals schöne Grüsse an Hanka und Erik: bei uns hat der Metzeler Tourance leider keine 20.000km in Südamerika ohne Platten geschafft sondern lächerliche 2000km).

Dazu aber später mehr, fangen wir doch erstmal nach unserem letzten Bericht an, damit das ganze nicht zu konfus wird:
Nachdem wir das letzte touristische Badeparadies Punta del Diablo hinter uns gelassen haben, fuhren wir in Richtung der brasilianischen Grenzstadt Chuy. Obwohl wir auf der uruguayischen Seite blieben, gerieten wir natürlich in eine Zollkontrolle, bei der man feststellte, dass uns – oh Wunder – die temporäre Einfuhrerlaubnis für das Moto fehlte (die, bei der man uns bei unserer Einreise aus Argentinien versicherte, dass wir sie nicht brauchen). Ein paar Telefonate der Grenzbeamten später durften wir aber weiterfahren und Andrea wurde vom Grenzbeamten sogar mit Bussi-links-Bussi-rechts verabschiedet.

Als erste Station im Landesinneren erreichten wir danach Treinta-y-Tres – der Name der Stadt bedeutet auf deutsch übrigens “33”. Dort ist die Preisschraube für die Campinggebühren endlich abgerissen (alte Handwerkerregel “nach fest kommt ab”) – wir konnten nämlich kostenfrei zelten. Den Haken an der ganzen Sache fanden wir erst in der Nacht: jugendliche Disco-Party-Musik bis morgens um sechs und zwei Stunden später plaerrte im Nachbarzelt schon wieder der Fernseher (jawoll, Fernseher gehören hier zur Grundausstattung eines jeden Campers).

Von Treinta-y-Tres aus hatten wir dann unseren ersten Gewaltritt über 270km Schotterpiste durchs Niemandsland (auf einem Teilstück von 70km kamen uns ganze 2 Autos und 2 LKW entgegen). Diesen Teil der Tour haben unsere Reifen (und wir selbst) aber noch gut überstanden (abgesehen davon dass die Bandscheiben von 4 Stunden auf einer Waschmaschine im Schleudergang ungefähr um die Hälfte geschrumpft sein dürften…).

Einige Tage und Orte später zelteten wir in einem kleinen Dorf namens Tranqueras. Beim Abbauen unseres Camps wurden wir von den neugierigen Zeltnachbarn (zwei Pärchen aus Uruguay und Brasilien) noch in ein Schwätzchen verwickelt. Resultat: im Bauch gluckern mehrere Liter Mate vor sich hin und Andrea hat eine Wäscheklammer getauscht. Die Frau aus Uruguay drückte Andrea die Klammer nämlich mit den Worten “zur Erinnerung an Christina” in die Hand (natürlich auf spanisch) und plapperte etwas von “tauschen”. Als Andrea versuchsweise eine unserer Wäscheklammern hervorkramte, war die Dame offenbar zufrieden, also war es wohl richtig… Die vier wollten uns gar nicht gehen lassen und redeten und redeten… Letztendlich war es 13 Uhr als wir endlich aufbrachen, deshalb musste der geplante Besuch Riveras leider ausfallen und wir fuhren direkt in die Grenzstadt Artigas weiter.

Dort haben wir wieder einen kostenfreien Campingplatz (diesmal sogar mit Schwimmbecken) ergattert. Leider hat uns der (wieder mal Schotterweg) dorthin aber unseren Reifen geplättet und die Jeitnersche Pannenstatistik um einen weiteren Punkt ergänzt.

Nach ca. 8km Schotterweg bemerkte Frank den Platten. Ein Loch im Gummi war aber zunächst nicht sichtbar, deshalb hatte Frank das Ventil in Verdacht. Er pumpte das Rad mit Druckluftkartuschen wieder auf (ja, genau mit solchen, die man uns am Flughafen als Gefahrgut geklaut hat). Der Reifen schien die Luft zu halten, also schön langsam zum Campingplatz geeiert – Andrea im Laufschritt neben her um dem Reifen Gewicht zu ersparen.

Nach dem Zeltaufbau wollten wir in der Stadt Abhilfe suchen, da hatte der Reifen aber schon wieder Luft verloren. Mit einer geliehenen Luftpumpe haben wir die Luft aufgefüllt …und kamen ganze 6km weit. Zum Glück waren wir auf der Höhe einer Estancia gestrandet und fragten gleich wieder nach einer Luftpumpe. Währenddessen fanden wir heraus, dass das arme Ventil doch unschuldig war und ein Nagel wohl den Reifen durchlöchert hatte. Anstelle in das Reifenflickzeug, das sich als völlig unpraktisch erwies, hätten wir besser in einen Luftkompressor investiert. Fast auf der Felge schafften wir es nachts um 22 Uhr dann doch noch bis in die Stadt zu einer Reifenwerkstadt, wo man uns – Glück im Unglück – am nächsten Tag für umgerechnet 5 Euro unseren Reifen flickte. Mal sehen wie lange es hält…

6 Kommentare zu „Nichts ist unkaputtbar: Jeitner – Pleiten, Pech und Pannen GmbH“

  1. Heidi Fox schrieb am

    Ihr Ärmsten 🙁 wenn Ihr so weitermacht kommt Ihr in das “Guinness-Buch der Rekorde” 😉
    Wieviele Einzel-Pannen waren das in den 24 Tagen die Ihr jetzt unterwegs seid ?
    Nur damit ich mal eine Hochrechnung aufstellen kann 🙂

  2. Doin Nachbar aus Rohrem schrieb am

    Hallo und guten Morgen ihr Lieben.
    Ach ja besonders alles gute an das birthday kind.
    Wünschen Benny B. und natürlich die primär die in den angrenzenden oder nächstgelegenen Gebäuden wohnende Person
    Lasst es krachen…

    ps: denk an die Steaks.
    Karfreitag lässt grüßen !!!

  3. Frank y Andrea schrieb am

    Falls wir uns nicht verzählt haben, sind wir derzeit bei 9 Kaputt-Dingens, garantiert erfahrt ihr es aber hier, wenn noch was dazukommt!

  4. Die 4,5 Heyds schrieb am

    Hallo Ihr Beiden
    Viele Grüße aus dem hesischen Schneeloch nach einen Schneeballschlacht und einen Schneemonster bauen senden Euch die 4,5 Heyds. Dies zur Einführung für den Spruch meiner Angebeteten Ossifrau zu den 35°, den ich aber nicht wiederholen werde. Ach ja, eigentlich wollten wir nur eines loswerden. HAPPY BIRHTDAY alte Socke und bleib wie Du bist 🙂

  5. Conni Reitz schrieb am

    Hallo Ihr beiden,
    ich schaue gerade zum ersten Mal in Euer Reisetagebuch rein. Ihr habt ja schon eine Menge erlebt in den paar Wochen, die Ihr nun unterwegs seid. Es ist richtig spannend zu lesen, was Euch so alles passiert. Hört sich alles super interessant an – in diesem Sinne wünsche ich Euch noch jede Menge tolle Erlebnisse!!
    Conni

  6. omar pereira schrieb am

    Veo que continuan en Uruguay, me alegro que les guste mi pais. Saludos desde Rivera y les deseamos buena suerte.

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