Irrwege “in the middle of nowhere” und warten auf Sonnenschein

5. Februar 2010

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Paysandu, Uruguay: -32.311290, -58.075770
Tag 24 in Uruguay, 2690km zurück gelegt
Nachem wir unser geflicktes Moto vom Reifenhändler abgeholt hatten, machten wir zu Fuß einen kleinen Abstecher nach Brasilien. Artigas, der Ort unserer Reifenpanne liegt direkt an der brasilianischen Grenze und wird nur durch einen Fluß von der brasilianischen Stadt Quarai getrennt. So kam Frank zu seinem ersten brasilianischen Bier – auf den erhofften Stempel im Reisepass mussten wir jedoch verzichten, dafür muss man mindestens 24 Stunden im Land bleiben.

Während Andrea am 28. Januar im Internetcafe den letzten Reisebericht schrieb, zog unser Motorrad vor der Tür wieder alle Blicke auf sich und war schnell von neugierigen Männern umringt, die jedes Detail inspizierten und von Frank ganz genau wissen wollten, wie groß der Motor ist, wie schnell es fährt, wieviele Kilometer wir schon damit gefahren sind etc. Von einem von ihnen bekommt Frank spontan einen Mate-Becher geschenkt und besitzt nun seinen ersten eigenen originalen uruguayischen Mate-Becher. Jetzt mussten wir uns natürlich auch endlich ein Päckchen der Mateblätter zulegen. Im Supermarkt fängt die Qual der Wahl an, ein gut sortierter Markt hat rund 15 verschiedene Sorten zur Auswahl (wir werden es wohl nicht schaffen, alle durchzutesten da die kleinste Abfüllmenge schon ein halbes Kilo hat), und in jedem Restaurant oder Kneipe kann man sich die Thermoskanne für ca. 5 Pesos (umgerechnet 13 Cent) mit heißem Wasser füllen lassen. Leider hat Frank die erste Mischung gleich viel zu stark gemacht und konnte eine ganze Nacht nicht schlafen…

Nach Franks durchwachter Nacht machten wir uns auf zu den ca. 150km entfernten Termas del Arapey, um dort sein Geburtstagswochenende zu verbringen. Im Westen Uruguays gibt es gleich mehrere dieser Thermen, die knapp 40° heiße Wasserbecken mit mineralhaltigem “Heilwasser” haben. Aus den geplanten 150km auf gut ausgebauter Strecke wurden jedoch 230km schlimmste Schotterpiste, da uns hier zum ersten Mal die Karte im Stich gelassen hat. Frank sucht ca. 20km lang nach einer Abzweigung, die es laut Karte geben sollte, und erwischte stattdessen eine andere, die überhaupt nicht verzeichnet war. Wir fuhren zwischen Reisfeldern entlang, holten uns nasse Füße als wir mehrmals kleine Bäche und Kanäle durchquerten die immer wieder die Straße überspülten (dazu gibt es in der Fotogalerie auch ein kleines Video), und holperten neben alten stillgelegten Bahngleisen entlang. Nach ca. 80km erreichten wir wieder Zivilisation …nur leider 40km nördlich von dem Ort, den wir eigentlich erreichen wollten!

Als wir endlich völlig erschöpft bei den Termas ankamen (Frank ja noch dazu mit Mate-bedingtem Schlafmangel) haben wir beschlossen uns über Franks Geburtstag am 30. Januar dort einen kleinen Bungalow zu mieten und uns ein bisschen Luxus zu gönnen. Für drei Tage genießen wir dort die Vorzüge von Klimaanlage, Kühlschrank, Frühstück, 4 heißen Thermalbecken und einem Whirlpool. Sonntags haben wir dann noch ein wenig Ausrüstungspflege betrieben und Frank hat MacGyver gespielt und unseren Kettenöler mit einer Kugelschreibermine repariert.

Nach den drei Faulenzertagen machten wir uns auf Richtung der Grenzstadt Paysandu, wo wir Uruguay verlassen und wieder zurück nach Argentinien fahren werden. Leider macht uns derzeit das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn seit wir die Termas del Arapey hinter uns gelassen haben reiht sich hier ein Regentag nach dem anderen. Campen und Motorrad fahren ist derzeit keine gute Idee, denn auch in den wenigen regenfreien Stunden ist die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass selbst Socken zwei Tage zum Trocknen brauchen. Flüsse haben Hochwasser, und die Straßen hier in Paysandu haben sich inzwischen selbst in Flüsse verwandelt. Wir beobachten mehrmals täglich den Wetterbericht, um eine gute Zeit abzupassen, die rund 300km zu unserem nächsten Ziel in Argentinien zurück zu legen.

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