Eine typisch südamerikanische Reifengeschichte

12. März 2010

Karte wird geladen - bitte warten...

Punta Arenas, Chile: -53.154478, -70.916476
7920km, unsere ersten Tage in Chile
Unser letzter Ausflug zu den Felszeichnungen auf der Estancia La Maria hat unserem ohnehin schon angeschlagenen Hinterreifen endgültig den Todesstoß versetzt. Die groben Steine der Schotterpiste haben Risse in der Reifendecke verursacht, durch die man bereits das Drahtgeflecht sehen kann. Ganz klar – damit weiter als nötig zu fahren, wäre ziemlich leichtsinnig. Deshalb sehen wir uns gleich in der nächsten größeren Stadt Rio Gallegos nach einem neuen Reifensatz um.

Wir finden zwar ein Geschäft, das einen passenden Reifen vorrätig hat, jedoch zu einem völlig überzogenen Preis. Der Hinterreifen allein soll umgerechnet 135 Euro kosten (der Listenpreis in Deutschland liegt bei etwa 90 Euro). Lange hadern wir mit uns, ob wir diesen Wucherpreis bezahlen wollen, oder ob wir es riskieren können, noch einmal weitere 270km nach Punta Arenas zu fahren.

Dorthin führt uns der Tipp eines kanadischen Motorradfahrers, den wir kurz zuvor getroffen haben. Der Mann hatte zwei Stollenreifen auf seinem Gepäckträger verzurrt, die Frank ihm spaßeshalber gleich abschwatzen wollte. Der Kanadier hatte diese Reifen bei einem gewissen Alejandro in Punta Arenas zu einem Schnäppchenpreis gekauft. Dieser Alejandro hätte jede Menge kaum gebrauchte Reifen zum Verkauf und würde sich zudem generell mit den BMW GS Modellen auskennen. Leider konnte uns der andere Motorradfahrer keine Adresse nennen, und mit seinen GPS-Daten konnten wir wiederum nichts anfangen. Aber wozu gibt es Internet…

Dank Tante Google finden wir recht schnell eine Motorradreise-Agentur namens “Patagonia Backroads” in Punta Arenas, die ihre Touren ausschließlich mit BMW GS fährt, und zu deren Team ein Alejandro gehört, der dort u. a. den Mechaniker-Job erledigt. Dann klingt doch ganz nach unserem Reifen-Alejandro… Mit der Adresse von “Patagonia Backroads” in der Tasche fahren wir nach Punta Arenas und betreten damit am 8. März zum ersten Mal auf unserer Reise chilenischen Boden.

Bequemerweise liegt unsere Kontaktadresse gleich in der Nähe unseres Hostals “Independencia”, und so stiefeln wir gleich nach dem Auspacken los. Leider fanden wir unter der genannten Adresse statt “Patagonia Backroads” eine Computerfirma vor. Zunächst standen wir etwas ratlos vor dem Gebäude, dann fragten wir vorsichtig im Büro dieser Firma nach und hatten tatsächlich Glück: offenbar gehört der Chef der Computerfirma auch zu der von uns gesuchten Motorrad-Agentur, und unser Alejandro war dort ebenfalls bekannt. Leider, leider befand er sich aber ausgerechnet in dieser Woche selbst auf einer Reise und würde frühestens am folgenden Wochenende zurückkehren. Man versprach uns zwar, Alejandro für uns anzurufen, aber diesen Tipp hatten wir eigentlich insgeheim bereits abgeschrieben.

Deshalb fragten wir unseren netten, hilfbereiten Hostalinhaber Eduardo nach der Adresse einer Motorradwerkstatt. Der schickte uns zu seinem Bekannten Gonzalo von “Motoescar”. Dessen Werkstattbüro zierten unzählige Pokale und Urkunden von von ihm gewonnenen Moto-Cross-Rennen und unzählige Enduro-Maschinen standen im Hof aufgereiht, da fühlten wir uns gleich in guten Händen. Gonzalo fragte für uns bei etlichen Händlern nach unseren Wunschreifen an. Dummerweise geht hier auf der Südhalbkugel gerade der Sommer und damit auch die Motorradsaison zu Ende und die Lager der Händler sind fast leer. Als er zwei Tage später immer noch keine geeigneten Reifen für uns auftreiben konnte, telefonierte er in einem letzten Versuch noch einige Freunde von sich ab, ob die noch etwas übrig hätten. Bei einem von ihnen wurde er tatsächlich fündig, und holte noch am gleichen Tag unsere künftigen Reifen in dessen Lager ab. Zufällig erfuhren wir den Namen des Freundes – wie sollte es anders sein – Alejandro. Naja, wen wundert es, in der Motorradszene kennt man sich eben untereinander. Uns soll es nicht kümmern… am nächsten Tag konnten wir unser Motorrad sorgfältig gewartet und gecheckt und mit frischen Gummischlappen bei Gonzalo abholen. Gekostet hat uns das ganze 56 Euro für beide Reifen und knapp 50 Euro für die ganze Werkstattarbeit – weniger als man uns in Rio Gallegos für den einen Hinterreifen abknöpfen wollte!

Aber unsere Geschichte endet nicht mit diesem Happy-End…
Jetzt hält uns nichts mehr hier in Punta Arenas, und wir möchten endlich weiter nach Feuerland, bevor uns doch noch der Winter einholt. Mit der Fähre verlassen wir am 12. März das Festland und überqueren die Magellanstraße zur “Tierra del Fuego”. Während wir noch an der Fährauffahrt warten, bemerken wir einen Jeep vor uns mit “Patagonia Backroads”-Logo. Na, wenn das kein Zufall ist. Und ratet mal, wen Frank auf der Fähre anspricht: unseren Mister X – Alejandro. Und damit schließt sich der Kreis…

An dieser Stelle wollen wir uns ausnahmsweise mal ein wenig Werbung erlauben, vielleicht können wir damit ja auch mal dem einen oder anderen Reisenden helfen: Zum einen für unser Hostal “Independencia” mit seinem Besitzerehepaar Eduardo und Pamela, die so hilfsbereit waren und uns mit vielen Tipps versorgten, und deren Frühstück das beste war, das wir bisher auf dieser Reise hatten.
Und natürlich Gonzalo von “Motoescar”, ohne dessen hartnäckige Reifensuche unser Idefix bis heute keine neuen Schuhe hätte, und der sich wirklich bestens mit unserem Motorrad auskannte.

Unser letzter Ausflug zu den Felszeichnungen auf der Estancia La Maria hat unserem ohnehin schon angeschlagenen Hinterreifen endgültig den Todesstoß versetzt. Die groben Steine der Schotterpiste haben Risse in der Reifendecke verursacht, durch die man bereits das Drahtgeflecht sehen kann. Ganz klar – damit weiter als nötig zu fahren, wäre ziemlich leichtsinnig. Deshalb sehen wir uns gleich in der nächsten größeren Stadt Rio Gallegos nach einem neuen Reifensatz um.Wir finden zwar ein Geschäft, das einen passenden Reifen vorrätig hat, jedoch zu einem völlig überzogenen Preis. Der Hinterreifen allein soll umgerechnet 135 Euro kosten (der Listenpreis in Deutschland liegt bei etwa 90 Euro). Lange hadern wir mit uns, ob wir diesen Wucherpreis bezahlen wollen, oder ob wir es riskieren können, noch einmal weitere 270km nach Punta Arenas zu fahren.

Dorthin führt uns der Tipp eines kanadischen Motorradfahrers, den wir kurz zuvor getroffen haben. Der Mann hatte zwei Stollenreifen auf seinem Gepäckträger verzurrt, die Frank ihm spaßeshalber gleich abschwatzen wollte. Der Kanadier hatte diese Reifen bei einem gewissen Alejandro in Punta Arenas zu einem Schnäppchenpreis gekauft. Dieser Alejandro hätte jede Menge kaum gebrauchte Reifen zum Verkauf und würde sich zudem generell mit den BMW GS Modellen auskennen. Leider konnte uns der andere Motorradfahrer keine Adresse nennen, und mit seinen GPS-Daten konnten wir wiederum nichts anfangen. Aber wozu gibt es Internet…

Dank Tante Google finden wir recht schnell eine Motorradreise-Agentur namens “Patagonia Backroads” in Punta Arenas, die ihre Touren ausschließlich mit BMW GS fährt, und zu deren Team ein Alejandro gehört, der dort u. a. den Mechaniker-Job erledigt. Dann klingt doch ganz nach unserem Reifen-Alejandro… Mit der Adresse von “Patagonia Backroads” in der Tasche fahren wir nach Punta Arenas und betreten damit am 8. März zum ersten Mal auf unserer Reise chilenischen Boden.

Bequemerweise liegt unsere Kontaktadresse gleich in der Nähe unseres Hostals “Independencia”, und so stiefeln wir gleich nach dem Auspacken los. Leider fanden wir unter der genannten Adresse statt “Patagonia Backroads” eine Computerfirma vor. Zunächst standen wir etwas ratlos vor dem Gebäude, dann fragten wir vorsichtig im Büro dieser Firma nach und hatten tatsächlich Glück: offenbar gehört der Chef der Computerfirma auch zu der von uns gesuchten Motorrad-Agentur, und unser Alejandro war dort ebenfalls bekannt. Leider, leider befand er sich aber ausgerechnet in dieser Woche selbst auf einer Reise und würde frühestens am folgenden Wochenende zurückkehren. Man versprach uns zwar, Alejandro für uns anzurufen, aber diesen Tipp hatten wir eigentlich insgeheim bereits abgeschrieben.

Deshalb fragten wir unseren netten, hilfbereiten Hostalinhaber Eduardo nach der Adresse einer Motorradwerkstatt. Der schickte uns zu seinem Bekannten Gonzalo von “Motoescar”. Dessen Werkstattbüro zierten unzählige Pokale und Urkunden von von ihm gewonnenen Moto-Cross-Rennen und unzählige Enduro-Maschinen standen im Hof aufgereiht, da fühlten wir uns gleich in guten Händen. Gonzalo fragte für uns bei etlichen Händlern nach unseren Wunschreifen an. Dummerweise geht hier auf der Südhalbkugel gerade der Sommer und damit auch die Motorradsaison zu Ende und die Lager der Händler sind fast leer. Als er zwei Tage später immer noch keine geeigneten Reifen für uns auftreiben konnte, telefonierte er in einem letzten Versuch noch einige Freunde von sich ab, ob die noch etwas übrig hätten. Bei einem von ihnen wurde er tatsächlich fündig, und holte noch am gleichen Tag unsere künftigen Reifen in dessen Lager ab. Zufällig erfuhren wir den Namen des Freundes – wie sollte es anders sein – Alejandro. Naja, wen wundert es, in der Motorradszene kennt man sich eben untereinander. Uns soll es nicht kümmern… am nächsten Tag konnten wir unser Motorrad sorgfältig gewartet und gecheckt und mit frischen Gummischlappen bei Gonzalo abholen. Gekostet hat uns das ganze 56 Euro für beide Reifen und knapp 50 Euro für die ganze Werkstattarbeit – weniger als man uns in Rio Gallegos für den einen Hinterreifen abknöpfen wollte!

Aber unsere Geschichte endet nicht mit diesem Happy-End… Jetzt hält uns nichts mehr hier in Punta Arenas, und wir möchten endlich weiter nach Feuerland, bevor uns doch noch der Winter einholt. Mit der Fähre verlassen wir am 12. März das Festland und überqueren die Magellanstraße zur “Tierra del Fuego”. Während wir noch an der Fährauffahrt warten, bemerken wir einen Jeep vor uns mit “Patagonia Backroads”-Logo. Na, wenn das kein Zufall ist. Und ratet mal, wen Frank auf der Fähre anspricht: unseren Mister X – Alejandro. Und damit schließt sich der Kreis…

An dieser Stelle wollen wir uns ausnahmsweise mal ein wenig Werbung erlauben: Zum einen für unser Hostal “Independencia” mit seinem Besitzerehepaar Eduardo und Pamela, die so hilfsbereit waren und uns mit vielen Tipps versorgten, und deren Frühstück das beste war, das wir bisher auf dieser Reise hatten.
Und natürlich Gonzalo von “Motoescar”, ohne dessen hartnäckige Reifensuche unser Idefix bis heute keine neuen Schuhe hätte, und der sich wirklich bestens mit unserem Motorrad auskannte.

Kommentar schreiben

Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.

 
  • Fahrtenbuch

    32620 km

    • Unsere Reise endete nach
      352 Tagen
  • Unsere Reise endete in…

    Karte wird geladen - bitte warten...

    Cancun, Mexiko: 21.161908, -86.851528

    Cancun
    Mexico