Ein Gletscher zum Geburtstag

3. April 2010

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El Calafate, Argentinien: -50.340214, -72.270508
28. März bis 3. April 2010, am Nationalpark “Los Glaciares” von El Calafate nach El Chalten
Unser Weg führt uns nun erneut über die Grenze nach Argentinien, wo der nächste Nationalpark – “Los Glaciares” – auf uns wartet. El Calafate ist der nächstgelegenste Ort vor dem Nationalparkeingang – dort wollen wir für drei Tage bleiben, um am 29. März Andreas Geburtstag am Gletscher zu verbringen. Unser Campingplatz ist ein wirklich gemütliches Fleckchen mit eigenem Sitz- und Grillplatz. Sogar WiFi-Empfang haben wir in unserem Zelt (zumindest zeitweise), mehr Luxus kann man sich beim Zelten wohl nicht wünschen.

Am südlichen Ende des Nationalparks “Los Glaciares” befinden sich – wie der Name schon verspricht – etliche Gletscher, die man auf (leider ziemlich teuren) Bootstouren besichtigen kann, die Schiffe fahren dazu teilweise zwischen den Eisschollen hindurch am Gletscher entlang. Dem bekanntesten dieser Gletscher, dem “Perito Moreno” kann man sich aber auch zu Fuß bis auf wenige Meter nähern. Perito Moreno ist einfach nur beeindruckend und gigantisch: die gesamte Gletscherzunge ist 60km lang, seine Front (vor der man steht) ist 5km breit, 60 Meter hoch und endet im Lago Argentino. Immer wieder brechen unter lautem Knacken und Donnergrummeln ganze Teile dieser Front ab und stürzen in den See.

An Andreas Geburtstag gibt es dann zunächst ein Geburtstagsfrühstück im kleinen Restaurant des Campingplatzes. Danach fahren wir zum Nationalpark. An dem Anblick des riesigen grummelnden Gletschers können wir uns nicht sattsehen, zumal er uns den Gefallen erweist, einige wirklich eindrucksvolle Abbrüche zu zeigen. Wie in Zeitlupe bilden sich Risse im Eis und große Stücke stürzen vornüber in den See. Man traut sich gar nicht, auch nur kurz wegzuschauen, weil man fürchtet, etwas zu verpassen. Am Nachmittag bricht dann auch die große Eisplatte weg, auf die wir beide schon den ganzen Tag gewettet hatten (einige dieser tollen Szenen konnten wir sogar auf Video festhalten). Letztendlich verbringen wir über 7 Stunden dort und verlassen den Park erst nach Sonnenuntergang als Letzte, so begeistert sind wir. Wer bekommt schon ein Stück Gletscher zum Geburtstag?

Wie es der Zufall will, treffen wir auf der Aussichtsterasse am Gletscher auch zwei Bekannte wieder: Alexandra und Steffen, die mit ihrem Landrover schon seit über zwei Jahren auf Reisen sind, und die uns nach Rio Gallegos und Ushuaia nun bereits zum dritten Mal über den Weg laufen. Wir freuen uns sehr, die beiden wieder zu sehen. Genau wie wir wollen die zwei auch als nächstes nach El Chalten, und wir verabreden uns zum Grillen, falls wir uns dort begegnen sollten.

Nach einem weiteren Faulenzertag in El Calafate treffen wir am 31. März in El Chalten ein. El Chalten liegt am nördlichen Ende des gleichen Nationalparkes. Hierher kommen die Besucher jedoch nicht wegen der Gletscher sondern wegen des markanten “Fitz Roy” Bergmassivs. Und weil man einen Berg natürlich nicht so touristisch ausschlachten kann wie ein Gletscher, ist der Eintritt in den Nationalpark bei El Chalten gratis, während er auf der Südseite bei den Gletschern stolze 75 Pesos pro Kopf (ca. 15 Euro) beträgt. Von logischer Preisgestaltung keine Spur…

Und da die Welt bekanntermaßen ein Dorf ist, sehen wir – als wir in El Chalten die Campingplätze nach einem schönen Fleckchen abklappern – tatsächlich schon von weitem den Landy von Alexandra und Steffen. Das Wiedersehen wird natürlich mit dem versprochenen Grillen gefeiert. Mit Dirk, einem weiteren Motorradfahrer, den wir seit El Calafate kennen, wird die Runde komplett. Es ist schön, mal einen ganzen Abend lang wieder nur deutsch sprechen zu können und Tipps für die nächsten Strecken auszutauschen. Als sich Alexandra und Steffen zwei Tage später wieder auf den Weg machen, sind wir schon ein wenig traurig. Aber wer weiß, vermutlich ist der Abschied sowieso nicht von Dauer… Am Nachmittag machen wir dann noch einen Motorradausflug im Park und haben bei blauem Himmel und Sonnenschein eine traumhafte Aussicht auf den Fitz Roy, als uns natürlich prompt schon wieder der dunkelgrüne deutsche Landrover entgegen geholpert kommt…

In der Fotogalerie gibt es noch mehr Fotos von unserem Tag am Gletscher und sogar vier Videos von den stürzenden Eisbergen…

2 Kommentare zu „Ein Gletscher zum Geburtstag“

  1. Hubert Haas schrieb am

    Wo sind die Golfplätze ?

  2. Frank y Andrea schrieb am

    Keine Angst Hubert – hier gibt es mehr als genug davon 😉 Man glaubt es kaum (Franky hat schon überlegt, wo die Golfschläger noch Platz auf dem Motorrad finden)

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