Ehefrau gesucht…

14. Januar 2010

13. Januar, morgens 7 Uhr: Lange haben wir für den Ernstfall geprobt, nun ist es soweit – zum ersten Mal beladen wir unser Motorrad mit all unserer Ausrüstung. Wir brauchen eine halbe Ewigkeit bis alles sicher verzurrt ist (aber wir haben ja noch ein ganzes Jahr Zeit zum Üben…) und fahren natürlich viel zu spät los zum Hafen.

Die Abholung der Tickets am Terminal der Fähre und die Immigrations-Formalitäten erledigen wir problemlos und schnell. Dann aber muss Andrea das Schiff mit den “normalen” Passagieren zu Fuß betreten, während Frank das Motorrad auf das Fahrzeugdeck bringt – nur dem Fahrer allein mit dem Fahrzeug war das erlaubt. Andrea machte sich schon Gedanken, wie Sie Frank auf der riesigen Fähre anschließend wiederfinden sollte und beschloss, direkt am Aufgang des Autodecks zu warten. Irgendwann wurde die Sorge größer, denn das Deck füllte sich zusehends, aber Frank kam einfach nicht. Das Motorrad war draußen zu sehen, aber von Frank keine Spur. Schließlich kam ein hektischer Mann mit Funkgerät angerannt und fragte, ob Andrea auf ein Motorrad warten würde. Als sie dies bejahte, wollte er die Papiere des Motorrades haben, die sich (natürlich) in Andreas Tasche befanden. Andrea befürchtete schon, gerade die Papiere auf Nimmerwiedersehen davonrennen zu sehen, als auch schon Frank endlich mit dem Motorrad auf das Deck kam. Wie sich herausstellte, hatte der inzwischen dreimal alle Passagier-Decks des Schiffs von oben bis unten abgesucht (natürlich ohne Erfolg) und Andrea mehrmals ausrufen lassen (was natürlich auf dem Autodeck auch nicht zu hören war). Zum Glück ging alles gut, denn die Fähre hatte nur wegen uns inzwischen schon Verspätung. Franks Spanisch reichte aber immerhin, um sich mit den Männern des “Suchtrupps” darüber auszulassen, dass die Ehefrauen dieser Welt doch alle gleich seien: Verschwunden, wenn man sie mal braucht!

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Colonia, Uruguay: -34.149862, -57.462726
Dann aber konnten wir uns auf der Fähre von dem ganzen Streß ein wenig erholen, denn die Überfahrt über den Rio de la Plata nach Colonia dauerte gute 3 Stunden. Danach sind wir direkt auf die Suche nach einem Campingplatz gegangen. Der mühsam vorher aus dem Reiseführer ausgesuchte Platz war schon länger geschlossen und sah bereits etwas verfallen aus. Mit Hilfe eines Einheimischen fanden wir aber schnell Ersatz. Unsern neuen Campingplatz hätten wir niemals als solchen erkannt, versteckt hinter einem  windschief überdachten Fußballfeld, aber ruhig und abgelegen. Die günstige Platzgebühr von umgerechnet ca. 2 Euro pro Tag und Kopf zahlen wir aber mit Schwärmen von Mücken. Naja, spielen wir halt Mückenfutter für 2 Tage, länger wollen wir hier sowieso nicht bleiben, dann soll es weitergehen Richtung Montevideo (der Hauptstadt von Uruguay).

Nach der ersten Nacht auf dem Campingplatz quälen wir uns ohne Frühstück wieder zurück in die Innenstadt von Colonia de Sacramento, da man uns am Hafen gesagt hatte, wir müssten noch die Einfuhrerlaubnis für das Motorrad einholen. Nach langem Suchen hatten wir auch dieses Amt gefunden, um sofort unverrichteter Dinge wieder weggeschickt zu werden. Mit einer internationalen Fahrerlaubnis (die wir ja haben) könnten wir uns hier mit unserem Fahrzeug frei bewegen. Wenn wir schon mal hier sind schauen wir uns aber wenigstens noch die hübsche Altstadt an, die von der UNESCO sogar als Kulturerbe geschützt wird und bestaunen die vielen steinalten Autos, die hier passend zum Straßenbild herumstehen (Altstadt wörtlich genommen).

Wir bemerken aber immer wieder (auch schon in Buenos Aires), dass alle unser “großes” Motorrad bewundern, das in Deutschland mit seinen 650ccm eher als mickrig durchgeht. Hier fährt alles auf Rollern oder kleinen 125er Crossmaschinen herum.

Hier findet ihr alle neuen Fotos von unserer Abreise nach Colonia und der schönen Altstadt…

4 Kommentare zu „Ehefrau gesucht…“

  1. Heidi Fox schrieb am

    Soo klein ist Andrea nun aber doch nicht.
    Wie währe es, wenn sich jeder von Euch einen “Steckbrief” des Anderen umhängt 😉 das würde die Suche vereinfachen, besonders wenn das Spanisch gerade mal versagt 🙂
    Viele Grüße – auch von Helmut 🙂

  2. Ralf Petrzelka schrieb am

    Hey, ihr seid aus dem Ried, Heimat der Schnaken. Weiterhin viel spaß und verliert euch nicht.

  3. Rolle schrieb am

    Ich werde euch bei Gelegenheit ein Blaulicht schicken. Das könnt ihr Andrea auf den Kopf schnallen. So wird sie gesehen und man hat auf allen Wegen freie Fahrt.

  4. Frank y Andrea schrieb am

    …hier pirschen sich die Schnaken allerdings geräuschlos an (Guerilla-Schnaken)

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