Ecuador – Ein Rückblick auf das kleine Land mit der beeindruckenden Tierwelt

2. August 2010

Aus Zeitgründen haben wir Ecuador ziemlich zügig von Peru kommend Richtung Kolumbien durchquert, und nur in Puerto Lopez an der Pazifikküste, in der Hauptstadt Quito und natürlich auf Galapagos mehr als eine Nacht verbracht. In Puerto Lopez ist im Juli die ideale Zeit um Buckelwale zu beobachten, wir hatten Glück und haben viele der Meeresriesen von einem Boot aus gesehen. Von Puerto Lopez aus sind wir wieder auf die Panamericana zurückgekehrt, die links und rechts von zahlreichen (zum Teil auch noch aktiven) Vulkanen gesäumt wird. Unser langer Aufenthalt in Quito war mehr praktischer Natur, da wir von hier aus unseren Aufenthalt auf Galapagos organisiert haben und einige Wartungsarbeiten am Motorrad anstanden. Deshalb haben wir auch leider wenig von Ecuadors Hauptstadt gesehen (wenn man von gefühlten hundert Ersatzteilläden mal absieht). Galapagos war natürlich das besondere Highlight dieses Landes, teuer zwar, aber wo kann man schon mal Riesenschildkröten, Leguane, Haie, Meeresschildkröten und andere Tiere hautnah erleben. Nach unserer Rückkehr aus Galapagos setzten wir unseren Weg nach Norden fort und überquerten nach fast 7 Monaten unserer Reise den Äquator, und sind nun zum ersten Mal auf unserer Reise auf der Nordhalbkugel. Von hier aus war es nur noch eine 2-Tages-Tour, dann erreichten wir die kolumbianische Grenze.

Statistik:
19 Tage im Land verbracht, davon 7 Nächte auf dem Galapagos-Archipel
1436km mit unserem Motorrad auf ecuadorianischen Straßen gefahren

Über das Land:
Unsere Route durch Ecuador führte uns niemals weiter östlich als zur Panamericana, deshalb haben wir die Dschungelregionen im Osten Ecuadors nicht kennengelernt.  An der Pazifikküste hat es warmes Badeklima (auch wenn das Meer noch ziemlich kühl ist). Wenn man von der Küste aus Richtung Panamericana zurückkehrt durchquert man das Hochland Ecuadors und es wird wieder empfindlich kühl und feuchter Nebel behindert die Sicht und weicht die teilweise unasphaltierten Straßen auf. Galapagos hat dagegen sein ganz eigenes Klima, momentan merkt man die “Regenzeit”, von 7 Tagen auf Galapagos hatten wir nur 2 Tage strahlenden Sonnenschein, ansonsten waren die Inseln von Wolken verhangen und mehrmals täglich hatten wir Nieselregen. Auch wenn Galapagos als Schnorchel- und Tauchparadies gilt, muss man schon ziemlich hartgesotten sein, wenn man ohne Neopren hier ins Wasser möchte. Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs und karge schwarze Lavalandschaft wechselt sich mit grünem Dschungelwald auf den Vulkanhängen ab.

Über die Menschen:
Obwohl man nur eine imaginäre Linie überschreitet, wenn man zwischen Peru und Ecuador wechselt, hätte man auch anhand des Aussehens der Menschen ahnen können, dass man sich in einem neuen Land befindet. Besonders im Süden und Westen Ecuadors sehen die Bewohner eher aus wie Südeuropäer als wie Nachfahren der Indio-Völker. Das ist umso verwunderlicher, als dass es diese Abgrenzung lange Zeit nicht gab, als Ecuador noch Bestandteil des Vizekönigreichs Peru war. Im zentralen Hochland wiederum sieht man die Menschen in Tracht, die Männer mit Ponchos und gelegentlich auch den als Souvenirs beliebten Strickmützen mit den Ohrenklappen, die Frauen mit farbenfroh gewebten Tüchern und altmodischen Hüten.

Essen und Trinken:
Endlich gibt es Fisch, Fisch, Fisch… eine willkommene Abwechslung zum langsam ziemlich eintönig gewordenen Hühnchen (das es natürlich nach wie vor immer und überall gibt). Auch Camarones (Shrimps) gibt es nun in den verschiedensten Varianten: in einer leicht scharfen Kokos-Sauce,in Knoblauch, als Suppe oder als “Ceviche” – mit Tomaten, Zwiebeln und Kräutern mariniert. Im Gegensatz zu Peru gibt es in Ecuador zum Ceviche gebackene Bananenchips zum Knabbern (in Peru waren es geröstete Maiskörner). Ceviches gibt es auch in der Variante mit normalem Fisch. Auch die Beilagen werden nun langsam knackiger, endlich gibt es neben dem allgegenwärtigen Reis auch zu fast jedem Gericht ein bisschen frischen Salat dazu, und oft auch die bereits erwähnten gebratenen Bananenchips.

Durchschnittspreise:

  • Übernachtung im Hostal p.P./Tag im DZ – zwischen 10 und 18 US-Dollar (7,80-14 Euro), in Galapagos war nichts unter 28 US-Dollar zu finden (knapp 22 Euro)
  • Tagesmenü in kleinen Lokalen und Kneipen – 1,50 bis 3 US-Dollar (1,20-2,30 Euro)
  • Wäscherei – 70 US-Cent pro Kilo (54 Cent)
  • 1 Gallone Normalbenzin (das sind etwa 3,8 Liter) – 1,48 US-Dollar (1,15 Euro)
  • 1 Milchkaffee (Gaststätte) – 1,50 US-Dollar (1,20 Euro)
  • 1 Dose Bier 0,3 Liter (Supermarkt) – 59 US-Cent (46 Cent)
  • 20 Mandarinen –  1 US-Dollar (78 Cent)
  • Halbes Hähnchen mit Beilagen –  6 US-Dollar (4,60 Euro)

In Ecuador hat uns gefallen:

  • Ecuadors Hauptattraktion ist für uns persönlich seine Tierwelt, das Whale Watching und der Besuch auf Galapagos zählen für uns zu den größten Highlights unserer gesamten Reise
  • …das einfache, preiswerte und super durchdachte Bussystem in der Hauptstadt Quito – für 25 Cent quer duch die Stadt, egal wie weit man fährt

In Ecuador hat uns nicht gefallen:

  • …dass man trotz 100 US-Dollar Nationalparkeintritt für Galapagos (pro Kopf!) noch einmal 10 Dollar für eine Touristenkarte zahlt, und weitere “Hafensteuern”, jedesmal, wenn man mit dem Boot zu einer anderen Insel fährt.

Kuriositätensammlung aus der Redaktion:
In einem Land, in dem Hühnchen wirklich täglich auf dem Speiseplan steht, an Straßenständen, in Restaurants, oder in den günstigen Tagesmenüs der kleinen Kneipen serviert wird, ist die am häufigsten gesehene Fast-Food-Kette ausgerechnet “Kentucky Fried Chicken”. Man sollte meinen, dass die Leute wenigstens in der Fast-Food-Bude mal etwas anderes essen, zumal es auch noch teurer ist als in den einheimischen Lokalen… Man stelle sich mal vor – wenn es in Italien an jeder Ecke einen PizzaHut gäbe und der auch noch teurer wäre als die Pizza aus dem Restaurant nebenan?

Unsere Route quer durch Ecuador:

(Flugreisen und Bootsfahrten sind in blau eingezeichnet).

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