Die Reisegesellschaft ist komplett

7. Januar 2010

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Buenos Aires, Argentinien (Zoom) -34.603723, -58.381593
Am 6. Januar – einen Tag nach unserer Ankunft – stürzten wir uns nach dem Frühstück kopfüber in den Behördendschungel, um unseren zweirädrigen Reisefährten aus seiner langen Isolationshaft zu befreien. Dieser Tag war zunächst noch recht unproduktiv, da wir letztendlich nur die Hafengebühr im Büro der Spedition entrichten mussten und mit Infos für den Papierkrieg am nächsten Tag versorgt wurden.

Wir hatten schon von mehreren Seiten gehört, dass man viel Zeit und Geduld bräuchte und teilweise tagelang von A nach Z geschickt würde um immer wieder noch ein weiteres Papier oder einen Stempel zu organisieren. Aber entweder hatten wir diese Woche ein besonders vorteilhaftes Horoskop, oder unser treuherziger Augenaufschlag hat Wunder gewirkt… jedenfalls haben wir zwar mit über 6 Stunden Wartezeit, aber ohne Komplikationen heute unser Motochen mitnehmen können. Ja, genau, ihr lest richtig: es treibt nicht auf dem Grund des atlantischen Ozeans, sondern steht in diesem Moment vor unserem Zimmerfenster im Hof des Hostals, braves Ding!

Dabei schien der Tag zunächst nicht vom Glück geküsst zu sein, der Taxifahrer fuhr uns statt zum Zollbüro zur Einwanderungsbehörde (kann ja schon mal vorkommen, wenn das Zollbüro sich in einer Straße namens “Avenida de los Immigrantes” befindet). Das richtige Gebäude haben wir dann nach ca. 8x fragen und etliche Straßenblocks weiter gefunden. Dort haben wir dann gute 6 Stunden gewartet, ehe wir vorsprechen durften. In dieser Zeit wurden unsere Nerven weiter strapaziert, als wir während unserer Wartezeit die Geschichte von einigen österreichischen Motorradfahrern mitverfolgten, die wohl schon den dritten Tag auf dieser Behörde verbrachten, und immer noch Dokumenten ihrer Maschinen hinterherjagten. Aber oh Wunder, die Leute im Amt waren sehr freundlich und trotz unseres schlechten Spanisch standen wir kurz darauf mit den nötigen Dokumenten wieder auf der Straße (um festzustellen, dass wir natürlich die Motorradschlüssel prompt im Hostal gelassen hatten).

Nach dieser erneuten Verzögerung kamen wir dann aber tatsächlich noch vor Dienstschluss im Lagerhaus an, wo Frank mit der tatkräftigen Hilfe einiger Lagerarbeiter gleich noch unsere Motorradkiste auspackte. Dankbarerweise startete das Motorrad auch ohne Zucken sofort. Offenbar fanden unsere Helfer das ganze Szenario so toll, dass alle synchron ihre Handys zückten und Frank und das Moto gleich noch fotografieren mussten. PS: Kurzzeitig vertauschte Frachtpapiere hätten uns beinahe eine Mikrowelle statt des Motorrades beschert, bis jemandem glücklicherweise auffiel, dass die Kiste doch eigentlich größer sein müsste…

Nebenbei wäre noch zu erwähnen, dass wir gestern unser erstes echtes argentinisches Asado genießen durften, nachdem der Chef unseres Hostals spontan einen Grillabend beschlossen hatte. In Argentinien isst man normalerweise frühestens ab 22 oder 22.30 Uhr zu Abend, so dass wir schon richtig ausgehungert waren, ehe der Fleischberg auf dem Grillrost gar war.

Frank braucht übrigens auch wohl noch ein paar Tage, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er jetzt Urlaub hat (das, oder er vermisst schon die Arbeit zuhause) – immerhin hat er inzwischen schon eine gute Tat vollbracht und die Badtür des Hostals repariert, nachdem diese reichlich windschief in der Angel hing.

5 Kommentare zu „Die Reisegesellschaft ist komplett“

  1. Thomas schrieb am

    Moin!

    Naja, wenn es wenigstens ein Grill gewesen wäre, aber was will man schon in Argentinien mit einer Mikrowelle?

    Bin mal gespannt, wieviele Beamte Frank noch mit seinem bezaubernden Augenaufschlag erweichen muss 🙂

    Wenn Frank alles repariert, was Euch in dem nächsten Jahr an abenteuerlichen Sanitär und Heizungsinstallationen unterkommt, seid Ihr wahrscheinlich 2015 noch nicht zurück…

    Thomas

  2. Heidi Fox schrieb am

    Na dann lass ihn sich noch mal richtig austoben – wenn Ihr unterwegs seid ist ja keine Toilettenspühlung oder Heizung da die er reparieren darf 😉

  3. Heidi Fox schrieb am

    Eine Mikrowelle habt Ihr ja noch nicht – ich hatte ja auf ne Waschmaschine getippt – aber ein Motorrad ist wohl doch besser für Eure Reise 🙂

  4. Doris Munz schrieb am

    Mensch, das hört sich doch schon alles recht gut an. Und der Grill…ja was soll ich sagen…in den Fleischlappen könnte ich auch mal beißen. Euch noch viel Spaß und weiterhin so viel Glück!

  5. Ralf Petrzelka schrieb am

    Super, dass Euer Moped gut angekommen ist.
    Wünsche Euch eine supertolle Tour.

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