Adios Uruguay – Unser Abschluss-Senf

7. Februar 2010

Es ist vollbracht – das erste Land unserer Reise haben wir nun hinter uns gelassen und am 7. Februar die Grenze nach Argentinien überquert, jetzt wird es Zeit, noch einmal unsere Eindrücke zu Uruguay zusammenzufassen…

Statistik:
25 Tage im Land verbracht, davon 16 Nächte auf Campingplätzen
ca. 2700km auf uruguayischen Straßen gefahren

Über das Land:
Generell hat Uruguay wenig wirkliche Highlights. Das Landesinnere besteht hauptsächlich aus riesigen Estancias, umgeben von Weideflächen und Ackerland – Landstraßen ohne ein einziges Dorf über eine Länge von 50km oder mehr sind keine Seltenheit. Entlang der Atlantikküste wird es touristischer (mit entsprechenden Preisen), da die Strände v.a. in der Ferienzeit Badegäste aus dem Nachbarland Argentinien anlocken, aber auch kleinere Naturschutzgebiete.

Die Landschaft erinnert oft ein wenig an Europa, wenn man durch die endlosen Weiden mit Kühen, Schafen und Pferden fährt …jedoch nur so lange, bis zwischen den Kühen vereinzelt wieder Palmen oder Nandus (südam. Straußenart) auftauchen. Gelegentlich sonnen sich auf den Straßen auch Leguane, die dann etwas beleidigt über die lästige Störung das Feld räumen wenn man mit dem Motorrad näher kommt.

Über die Menschen:
Hier gibt es ein Wort, das sowohl auf das Land als auch auf die Menschen zutrifft – “tranquilo” (ruhig), außerdem immer sehr zuverlässig und hilfsbereit. Sobald wir mit dem Motorrad oder zu Fuß stehen blieben, und in eine Landkarte schauten, wurden wir nach kürzester Zeit angesprochen, ob wir Hilfe bräuchten. Das haben wir bisher noch in keinem Reiseland erlebt. Außerdem kennt man ja das Vorurteil, dass man Zeitangaben in Südamerika nicht zu genau nehmen sollte (z.B. wann eine Arbeit fertig verrichtet ist, oder man etwas abholen kann). Entsprechend vorsichtig waren wir wenn man uns Termine nannte (z.B. für unsere Reifenreparatur oder in der Wäscherei). Wir waren positiv überrascht, dass diese Zusagen IMMER eingehalten wurden! Auch die Polizei oder Grenzbeamte haben uns trotz des fehlenden Einfuhrpapiers für unser Motorrad (wir berichteten) freundlich und hilfsbereit unterstützt – keine Spur von Bürokratie oder Beamteneselei.

Essen und Trinken:
An diesem Land hätten weder Vegetarier noch Diabetiker ihre Freude! Zum Frühstück gibt es meist nur ein paar zuckersüße Gebäckteilchen. Mittags und Abends beherrscht (Rind-)Fleisch den Speiseplan (oder besser gesagt – den Grill), auf Beilagen wird oft verzichtet bzw. müssen separat dazu bestellt werden. Das stört aber nicht, denn Rindfleisch ist hier so gut und günstig, dass es gar nicht lohnt, den Magen mit etwas anderem zu füllen, in einer Kneipe oder einem Snackstand bekommt man 300-400g zartes gegrilltes Rindfleisch für etwa 4 Euro. Bei einem großen Asado gab es jedoch einmal eine besonders leckere Art von Beilagen: Zwiebeln, Kartoffeln und Süßkartoffeln, die fast eine Stunde direkt in der heißen Glut geröstet wurden (dasGemüse ähnelt danach selbst einem Stück Grillkohle, ist unter der verkohlten Hülle aber sehr lecker und aromatisch). Bier wird hier vorzugsweise in 1 Liter Flaschen serviert (manchmal ganz vornehm im Sektkühler) – leider gibt es dann als Glas für das Bier auch schon mal ein Weinglas (*grusel*). Wein und Whiskey wird in Uruguay ebenfalls selbst hergestellt und gerne getrunken, Wein”kultur” gibt es jedoch nicht: Rotwein kommt aus dem Kühlschrank, manchmal auch mit Extra-Eiswürfeln.

Durchschnittspreise:
Übernachtung im Hostal p.P./Tag im DZ – 300 Pesos (10 Euro)
Camping p.P./Tag – zwischen 0 und 200 Pesos (0-7 Euro)
Essen gehen im Restaurant (2 Hauptgerichte plus Getränke) – 420 Pesos (14 Euro)
Wäscherei – 100-120 Pesos (3,30-4 Euro)
1 Liter Benzin (95 Oktan) – 28,80 Pesos (knapp 1 Euro)
1 Liter Bier (Supermarkt) – 45 Pesos (1,50 Euro)
1 Liter Bier (Gaststätte) – 80-85 Pesos (2,50-3 Euro)

In Uruguay hat uns gefallen:
Colonia de Sacramento war für uns die sehenswerteste Stadt Uruguays und trägt seinen Status als UNESCO Kulturerbe zu recht. Auf den alten Pflasterstraßen wurden stilecht als “Dekoration” Oldtimer (z.B. Ford A-Modell) abgestellt, so dass man sich fast ein wenig auf Zeitreise fühlen konnte. Auch im restlichen Uruguay begegnet man überall mehr oder weniger gut gepflegten Oldtimern oder Klassikern der amerikanischen Automobilgeschichte, die immer noch ihre Kilometer leisten (in Europa wären die wohl ein Vermögen wert – hier sind es Alltagsgegenstände) …bedauerlicherweise darf man Autos nicht kaufen und ausführen (schade, Frank hoffte schon auf eine einträgliche Geschäftsidee).

Die Uruguayer sind für südamerikanische Verhältnisse richtig rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer (im Gegensatz zu Argentinien, wo alles kreuz und quer fährt und Fahrspuren eher als unverbindliche Empfehlungen betrachtet werden).

In Uruguay hat uns nicht gefallen:
Die Haupstadt Montevideo hat uns leider enttäuscht, die Altstadt machte einen ungepflegten Eindruck, und die Region um Punta del Este mit ihren hochgelobten Stränden kam uns vor wie das Marbella Uruguays: Yachten im Hafen, Sportwagen auf der Straße, und im Vergleich zum Rest des Landes überteuerte Preise und auf jeden qm Strandfläche kommen geschätzte 4 Personen.

Kuriositätensammlung aus der Redaktion:
Im Supermarkt gibt es teilweise mehrere Regale voll mit mindestens 50 verschiedenen Shampoo und Haarpflegeprodukten, aber wenn man Pech hat kein einziges Duschgel – hier duscht man sich üblicherweise mit Seife am Stück (für uns Europäer etwas ungewohnt).

Unsere Route quer durch Uruguay:

…unsere nächsten Beiträge berichten euch dann von unserem Weg nach Süden Richtung Ushuaia, an Argentiniens Atlantikküste entlang!

3 Kommentare zu „Adios Uruguay – Unser Abschluss-Senf“

  1. HP schrieb am

    Schaut auf jeden Fall auf Eurem Weg in Richtung Feuerland bei Pollo (Jorge) in Azul vorbei (http://www.laposta-azul.com). Der freut sich immer über Besuch!
    Gruß HP

  2. Heidi Fox schrieb am

    Das Alles klingt ja sehr schön 🙂 aber Ihr bekommt mich trotzdem nicht in den Flieger 😉
    -trotz-

  3. Doris y Reinhard schrieb am

    Hallo ihr Beiden!

    Wir sind heute 18.02. in UY angekommen.
    Wenn ihr noch ne Woche geblieben wäret hätten wir noch ein schönes Steak zusammen verdrücken können. Wir bleiben noch 3 Wochen in Atlantida, falls ihr zufälligerweise noch mal hier vorbei kommt!

    Weiterhin gute Fahrt!

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